Rotwein
Schon in der Antike war Rotwein ein wichtiges Getränk. Hippokrates verordnete ihn bereits 400 v. Chr. bei Störungen des Herz-Kreislaufsystems. Die ersten Spuren der Rotweinherstellung reichen noch deutlich weiter zurück. In der Nähe von Damaskus im heutigen Syrien wurde eine über 8000 Jahre alte Pressanlage gefunden. In der christlichen Abendmahlfeier wird Rotwein noch heute als Symbol für das „Blut Christi” getrunken. Heute existieren weltweit rund 4500 verschiedene Rotweine. Von Weißwein und Roséwein unterscheidet sich Rotwein nicht nur durch die dunklen Weintrauben, aus denen er hergestellt wird, sondern auch durch den Herstellungsprozess selbst. Die bekanntesten Rebsorten, die zur Herstellung vorzüglicher Rotweine dienen, sind Cabernet Sauvignon, Merlot und Spätburgunder. Freilich gibt es darüber hinaus zahlreiche weitere Rebsorten, aus denen erstklassige Rotweine hergestellt werden, darunter beispielsweise Trollinger, Schwarzriesling oder Lemberger.
Herstellung
Rotwein entsteht in der Regel aus einem zwischen zwei und 30 Tagen dauernden Gärungsprozess. Dabei löst sich ein Teil der in den Schalen enthaltenen Farbstoffe im Alkohol. Das Fruchtfleisch der meisten dunklen Beeren ist nahezu farblos - die Farbstoffe sitzen nur in der Schale. Der Unterschied zu Weißweinherstellung besteht demnach darin, dass nach dem Keltern die Schalen nicht vom Most getrennt werden. Stattdessen lagert er - je nach Temperatur - von wenigen Tagen bis zu einem Monat auf der Maische. Ist dieser Zeitraum kürzer, entsteht ein zart gefärbter Roséwein. Die Farbausprägungen von Rotwein können generell sehr unterschiedlich sein. Sie hängen unter anderem von Faktoren wie Rebsorte, Herkunft, Verarbeitungsverfahren oder Lagerungsart ab.
Die unterschiedlichen Dufteindrücke von Rotweinen sind besonders vielfältig und reichen von Beeren und Paprika über Gewürznoten, Schokolade und Holznoten bis hin zu Vanille, Mokka oder Tabak. Diese Dufteindrücke sind häufig auch in Kombinationen zu riechen und sind oft auch nur tendenziell wahrnehmbar.
Die vier Rotweinstile
Leichte Rotweine
Die leichten Rotweine vom Stil des Bardolino sind meist eher hell und beerig und zeichnen sich durch ihre frische Säure aus. Sie stammen aus klimatisch gemäßigten Räumen wie Norditalien, Burgund oder Deutschland und eignen sich - ähnlich wie viele Weißweine - als Aperitif, da sie den Appetit anregen.
Mittelschwere Rotweine
Die mittelschweren Rotweine zählen zu den beliebtesten Weinsorten überhaupt. Unzählige Rebsorten liegen diesen Weinen zugrunde. Ein bekannter Vertreter dieses Rotweinstils ist der Merlot del Friuli. Aus Amerika kommen die eher jugendlichen und fruchtig weichen Weine, die nicht unwesentlichen Einfluss auf die traditionellen europäischen Weine hatten.
Schwere Rotweine
Es sind Elemente wie ihr Extrakt, der Alkohol und die Frucht, die Rotweine vom Stil des Cabernet Sauvignon schwer machen. Ihre Farbe reicht ins schwarzdunkle. Aus den kleinen, dickschaligen Beeren lassen sich tanninreiche Weine produzieren. Diese schweren Rotweine stammen häufig aus heißen Gegenden in Küstennähe.
Reife schwere Rotweine
Diese Weine vom Stil des St. Emilion sind klassisch und zeitlos. Weinliebhaber freunden sich häufig erst nach einiger Zeit mit ihnen an, da die reifen Aromen für den Gaumen oft ungewohnt sind.